Hinweise zum Mindestlohn ab 01.01.2015

Mit Wirkung zum 01.01.2015 trat das Mindestlohngesetz (MiLoG) in Kraft. Es regelt einen flächendeckenden branchenübergreifenden Mindestlohn.
Der Mindestlohn beträgt ab dem 01.01.2015 8,50 je Zeitstunde und ist für alle tatsächlich geleisteten Stunden spätestens am letzten Bankarbeitstag des Folgemonats (Monat der auf den Monat folgt, in dem die Arbeitsleistung erbracht wurde) zu zahlen - ansonsten sind die Mindestlohnkriterien nicht erfüllt.

Für wen gilt es?

Das Mindestlohngesetz gilt grundsätzlich für alle Arbeitnehmer, auch für Ehegatten, für geringfügig Beschäftigte und Praktikanten für mindestens 2 Jahre.
Der Minijobber darf nicht mehr als (450 € : 8,50€ =) 52,94 Stunden im Monat arbeiten.
Auch für kurzfristig Beschäftigte gilt der Mindestlohn.
Sie dürfen ab 2015 höchstens 3 Monate oder 70 Arbeitstage im Jahr arbeiten.
Das Mindestlohngesetz gilt NICHT für: Jugendliche unter 18 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung, Auszubildende nach dem Berufsbildungsgesetz, Arbeitnehmer, die unmittelbar vor der Beschäftigung langzeitarbeitslos (Arbeitslose, die ein Jahr und länger arbeitslos sind) waren, innerhalb der ersten 6 Monate, ehrenamtlich Tätige, Berufsausbildung im dualen Studium, Pflichtpraktika, Praktika bis zu 3 Monaten, ab 4. Monat Mindestloh.

Berechnung und Dokumentationspflicht

Umrechnung des Gehaltes bei Vollzeit:

Formel: (40 Std x 13 Wochen) / 3 Monate = 173.33 € durchschnittliche Stunden / Monat

Bei schriftlicher Vereinbarung eines Arbeitszeitkontos muss dieses innerhalb von 12 Monaten ausgeglichen sein.

Dokumentationspflicht:

Arbeitszeitnachweise für Wirtschaftsbereiche des Schwarzarbeiterbekämpfungsgesetzes (alle, die zur Abgabe von Sofortmeldungen verpflichtet sind) und alle geringfügig Beschäftigten, sowie alle kurzfristig Beschäftigten.
Der Arbeitgeber muss ab sofort Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit aufzeichnen (§ 17 MiLoG).
Die Aufzeichnung muss spätestens innerhalb einer Woche nach der Arbeitsleistung erfolgen und mindestens zwei Jahre aufbewahrt werden.
Die Aufzeichnungspflicht gilt bis zu einem regelmäßigen monatlichen Bruttoentgelt in Höhe von 2.958 Euro.

Änderung Dokumentationspflicht ab 01.08.2015

Seit dem 1.08.2015 gilt eine neue Verordnung zum Thema Mindestlohn. Diese beinhaltet vereinfachte Melde- und Aufzeichnungspflichten.

Dokumentationspflicht nach dem Mindestlohngesetz für Arbeitnehmer gilt ab sofort nicht, wenn:
- der Arbeitgeber für die letzten zwölf Monate nachweislich ein regelmäßiges Monatsentgelt
von mehr als brutto 2.000 Euro gezahlt hat.

Unabhängig von diesen Grenzen müssen im Betrieb des Arbeitgebers arbeitende Ehegatten, eingetragene Lebenspartner, Kinder und Eltern des Arbeitgebers keine Aufzeichnungen mehr führen.

Weitere Informationen

Beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales unter www.der-mindestlohn-kommt.de sind weitere Informationen zum Mindestlohn zu finden

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Obwohl wir dieses Merkblatt mit größter möglicher Sorgfalt erstellt haben, kann eine Haftung für die inhaltliche Richtigkeit nicht übernommen werden.

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